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Trashy Life -
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*'*FOOD JUNKIE*'*

Auf kurz oder lang

In eine Essstörung hinein zurutschen ist genauso einfach wie auf einen Baum klettern. Nur wie man wieder runter kommt ist eine andere Sache. Und so verhält es sich auch mit der Krankheit. Ich kann nicht genau sagen, ob es bei mir schleichend über Jahre hinweg zur Essstörung gekommen ist (wobei ich ja selber glaube schon essgestört auf die Welt gekommen zu sein) oder ob es von einem Tag auf den anderen geschah.

Es ist deshalb so schwierig, da ich schon als Kind nicht wusste was normale Essensmengen sind. Ich kann mich erinnern, da war ich als cirka achtjährige wie jeden Sommer bei meinen Großeltern und einmal gab es Frankfurter (in Deutschland Wiener) Würstel. Ich liebe sie. Ehrlich, ich könnte sie jeden Tag essen. Nicht dass ich mit dem Alter ein Paar Würstel gegessen habe, sondern drei Paar und als ich mir das vierte aus dem Topf nehmen wollte sagte meine Oma: „Also jetzt ist es aber genug! Das du schon drei gegessen hast ist schon ein Wahnsinn. Schaust eh schon so gut aus!“ Bum! Das hat gesessen. Ich musste mir immer wieder sagen lassen, dass ich schon gut, sprich dick, aussehe. Es war auch ein Lieblingssatz von meinem Vater. Also bekam ich kein weiteres Stück Würstel. Ich schämte mich für meine Gier. Sogar heute kann ich es nicht fassen, dass ich damals schon so gierig war. Heute esse ich sie kaum mehr und wenn, dann, wenn ich eine Fressattacke habe. Dann können es gleich 5 Paar in Blätterteig sein, da ich ja weiß, dass ich es wieder erbrechen werde. Sprich, es ist zu meinem Brechmittel geworden. Später, als ich dann schon in die Hauptschule ging, musste ich in der dritten Klasse ein Referat im Deutschunterricht halten. Wir konnten sich die Themen auswählen. Ich nahm mir das Thema „Essstörungen – Bulimie und Magersucht“. Ich weiß noch ganz genau, dass ich vor der Klasse stand und während ich mein Referat hielt mir dachte: „Warum kann ich nicht magersüchtig sein oder Bulimie haben. Hauptsache ich bin nicht mehr fett!“ Jetzt im Nachhinein sehe ich es als erstes definitives Anzeichen meines fortschreitenden gestörten Verhältnisses zu meiner Persönlichkeit, meinem Körper und zum Essen. Später, als ich ungefähr achtzehn Jahre alt war, machte ich Nägel mit Köpfen und steckte erstmals so weit ich konnte, den Finger in den Rachen um mich zu übergeben. Es musste einfach raus. Weg mit dem ganzen Mist, den ich in mir trug. Aber ich beließ es bei dem einen Mal. Erst Jahre später, mit ca. 25 Jahren probierte ich es wieder aus. Leider oder andererseits Gott sei Dank, hat meine Mum es mitbekommen. Sonst wäre ich vielleicht schon damals komplett in die Bulimie reingerutscht. Als ich aus der Toilette in meinem Elternhaus raus kam fragte mich meine Mum: „Hast du dich gerade übergeben?“ „Nein, wie kommst du darauf? Da musst du dich verhört haben“, kam es aus meinem Mund. In Wirklichkeit dachte ich mir nur „Ja, aber das brauchst du ja nicht zu wissen!“ Am Abend fuhr ich wieder zurück in meine Wohnung in Wien und erbrach erneut. Dann waren wieder Jahre der Funkstille.

Aber ich glaube andererseits daran, dass es von einem Tag auf den anderen zum kompletten Ausbruch kam. Warum erklärt sich aus folgender Geschichte:

Fortsetzung folgt...

 

My book

Intro

Hungerkünslter Seelenhunger

Was dem Seelenglück an Größe fehlt, wird durch Essensmenge ausgeglichen ***.*** Wer sich selbst überwindet, wird stark (Lao Tse)